Das Krankenhaus

Nachdem wir gestern gefrühstückt und mal wieder ausreichend Tv gesehen hatten, sind wir das Krankenhaus besichtigen gegangen, in dem Zoe vor ihrem Praktikum bei Sammy gearbeitet hatte. Die Anlage war ganz schön, das eigentliche Krankenhaus klein und zum Glück kaum besucht. Vermutlich kommen dort auch nur Mütter hin, um ihre Kinder zu gebären. Hygienisch ist das natürlich überhaupt nicht zu vergleichen mit Deutschland. Alles stand dort offen herum – Verbände, Pflaster, Creme etc… und die Fliegennetzte waren auch nicht mehr so richtig dicht. Auf dem Gelände selbst waren auch noch eine Schule und eine Kirche. Als wir unseren Rundgang beendet hatten, sind wir zu einem anderen waisenähnlichen Haus gefahren. In dem waren 11 oder 12 Kinder untergebracht, die alle wieder ganz offen gegen uns Fremden waren. Danach sind wir in die Stadt gefahren, weil Isac, ein Kind aus unserer Gruppe, öfters Blut erbrochen hatte. Also ging es zum Arzt. Die „Praxis“ bestand aus drei Zimmern: direkt im Eingangsbereich war das Wartezimmer. Links vom Eingang waren das Behandlungszimmer und ein weiteres Wartezimmer (also im gleichen Raum. Jeder konnte quasi gucken, was der Arzt so fabriziert). Rechts vom Eingang hatte sich das Labor eingerichtet. Jeder kommt und geht wann er will – Anmeldung gibt es nicht. Wir saßen einige Minuten im Durchzug, als Maike und ich entschlossen uns draußen in die schöne warme Sonne zu setzten. Für uns ist es wirklich angenehm warm, ich tippe mal so auf ca. 25°C, aber für die Afrikaner müssen die zurzeit herrschenden Temperaturen der absolute Albtraum sein – 95% tragen lange Klamotten, Wollpullover –und Mützen. Und wir sitzen da mit Tshirt und kurzer Hose. Ha ha
Irgendwann kamen Sammy, Zoe und der mit einem Infekt diagnostizierte Isac aus der Praxis und wir fuhren wieder nach Hause. Dort waren alle Kids im Garten, was mir sehr recht war. Denn die meiste Zeit (zumindest die letzten 3 Tage, wie es davor war weiß ich ja nicht) saßen wir nämlich den größten Teil unserer Zeit im Wohnzimmer vor’m Tv ab. Das finde ich ja immer ein bisschen anstrengend. Allerdings haben Maike und ich beschlossen, die Kids am Vormittag mit in den Garten zu nehmen… zumindest so lange die Sonne scheint.
Als wir dann so da saßen, mit alle Mann, standen plötzlich zwei Kinder im Garten. Ein Kleines, etwa 3-4 Jahre und ein etwas älteres, vielleicht 10 Jahre. Der Kleine konnte gar nicht richtig laufen. Grund war, dass unter seinen Fußsohlen Fliegen ihre Eier abgelegt haben. Das war nicht wirklich appetitlich. Der Kleine kam aus dem Lehmdorf… das erklärt wahrscheinlich schon einiges.

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