Der zweite Tag…

…in Kitale. Wir konnten ausschlafen! Das war gut und das haben wir auch gemacht! Gegen halb 10 haben wir uns aus den Federn geschält und haben die erste Überraschung festgestellt: es kam kein Wasser. Das hin und wieder mal der Strom abdankt hatten wir schon live miterlebt… Wasser hingegen fällt nur selten aus. Aber egal, duschen wird auch völlig überbewertet 🙂 Wir sind dann nach einer intensiveren Kennenlern-Einheit mit Sammy und Zoe (einer anderen Praktikantin aus Amerika) in das Stadtleben von Kitale gefahren. Das war noch mal heftiger als die bisherigen Fahrten. Von geteerten Straßen keine Spur, also holperten wir die roten Wege entlang, zwischen alle den vielen vielen Menschen… unsere erste Station war eine Schule. Als wir hinein fuhren und ausstiegen, hatten wir binnen Sekunden ganz viele kleine süße Kinder an unseren Händen und Armen kleben. Keiner wollte mehr loslassen – überall sind sie mit hingekommen. Alles wurde inspiziert – Haare, Armbänder, Hände, Muttermale oder die durch schimmernden Adern. Nach einiger Zeit hat uns die Schulleiterin in ihrem stickigem Büro bei einer Tasse Tee (wie man ihn in Irland trinkt 🙂 ) über die Schule erzählt. Nach dem Gespräch hat uns ein junger Mann durch alle Klassen geführt und wir durften/sollten uns vorstellen. Alle Kinder sind dabei aufgestanden, die ein oder andere Klasse hat ein Lied aufgesagt. Einige der Kids übernachten sogar in der Schule, da sie kein zuhause mehr haben oder es sich nicht richtig um die gekümmert werden kann. Die Umstände, in denen die Kinder dort leben waren katastrophal. Eine hauchdünne Schaumstoffmatratze diente als Unterlage – Kissen und Decken waren nicht viel dicker. Ich weiß nicht warum, aber aus irgendwelchen Gründen lagen diese Sachen draußen auf dem lehmigen Boden, vermutlich um auszulüften. Allerdings wohnte auf dem Schulgelände auch eine Kuh, die da meinte, ihr Geschäft auf einer der Matratzen ausrichten zu müssen. Viele der Kinder haben kaputte Schuluniformen getragen und Schuhe, die drohten auseinander zu fallen. Nachdem wir dort fertig waren und einige andere Besorgungen erledigt hatten, fuhren wir nach Hause. Dachte ich jedenfalls. Wir stoppten nur wenige hundert Meter vor unserem zuhause in einem Dorf. Dieses Dorf, war wirklich ein Dorf!! Unfassbar. Die Leute dort sind wirklich arm und so unglaublich freundlich! Als wir ankamen, rannten sie auf uns zu, schüttelten uns die Hände, umarmten und küssten uns! Sie lebten nicht in Hütten, sie lebten in selbst gebauten Lehmhütten! Alles lebt zusammen – Hühner, Hunde, Kühe etc. Kinder, alte Leute und Erwachsene. Alles war dreckig, die Menschen waren dreckig. Ich kann das nicht in Worte fassen, ich bin immer noch sprachlos. Eine Mutter hat ihr vielleicht ½ – 1 jähriges Kind gestillt. Als dieses uns plötzlich gesehen hat, fing es an zu weinen. Wer hätte das nicht…
Als wir dann gegen 17 Uhr zuhause waren, haben sich die Kids einen Ast abgefreut. Trotzdem haben Maiki und ich uns eine Auszeit genommen und einige Minuten gequatscht. Zum Abendessen sind wir wieder ins Haus gegangen – mein Fall ist das nicht sooo: es gab „Ugali“ mit einer Zwiebelsoße. Genau das richtige für das Christinsche. Aber wir haben uns in der Stadt paar Lebensmittel gekauft… alles ist alles tikki takko.
Soweit war’s das jetzt erstmal von mir. Bilder folgen hoffentlich noch an diesem Abend.

Viele liebe Grüße
aus
Afrika 

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