Am Montagmorgen haben wir gegen halb 9 das Hotel verlassen und wollten den Weg nach Kitale antreten. Doch schon nach einer halben Stunde, stoppten wir an einer Tankstelle. Ich dachte wir müssen tanken. Fehlanzeige. Ein Reifen musste ausgetauscht werden. Und das hat gedauert – ganze 2 Stunden. Gegen 11 sind wir dann also wirklich losgefahren. Ich glaube so eine bilderreiche, traurige und interessante Autofahrt hatte ich noch nie. Man sieht wirklich alles!!! Ob es ein Motorrad ist, auf dem der Vater fährt, die Mutter dahinter sitzt und zwei kleine Kinder mit sich trägt (also am Bauch und am Rücken festgeschnallt), ein Pick-Up auf dem eine Kuh transportiert wird, LKWs an denen sich Fahrradfahrer festhalten und ziehen lassen, oder ein anderes Motorrad, wo der Vater fährt, die Mutter dahinter sitzt, die beiden Kinder aber diesmal vor dem Vater sitzen… es gibt hier nichts, was es nicht gibt. An den Straßen stehen unzählige Hütten, Buden, Stände, an denen alles verkauft aber scheinbar nichts gekauft wird. Man sieht Leute (im übrigen auch Kinder), die ihre Kühe/Schafe/Esel/Ziegen entweder vor sich hertreiben (direkt am Straßenrand) oder einfach nur im Schatten liegen und schlafen. Frauen, die mit einfachen Werkzeugen ihr Gemüse ernten, ohne Hilfe von irgendwelchen Treckern. Wir haben einige Hütten gesehen, die von Coca Cola (auch Nokia und anderen Firmen) gesponsert wurden. Der Boden ist sehr rot-lehmig, es fliegt viel Abfall herum, es gibt viele, große, matschige Pfützen. Die großen Straßen waren meist geteert, aber auch das hatte nicht immer nur Vorteile. Einige Kilometer hatten wir mit unglaublich heftigen Spurrillen zu kämpfen. In Eldoret, einer Stadt ca. 1 Stunde von Kitale entfernt, haben wir Pause gemacht. Ich hatte keine Angst, aber besonders wohl und sicher habe ich mich nicht gefühlt – ich war froh, als wir wieder im Auto saßen. Also wir dann nach 7-8 Stunden in Kitale angekommen sind und vor dem Eingangstor standen, dachte ich nur „ach du scheiße“.
Die Ankunft
Wir kamen ins Haus und wurden sofort freudig von den Kindern begrüßt. Sammy hat uns alles gezeigt: Das Gebäude ist (wenn man von oben drauf guckt) L-förmig. In dem einen Teil sind die Kinder, Sammy und Mary (eine Afrikanerin die für alle kocht und wäscht), die Küche und das Wohnzimmer untergebracht. In dem anderen Teil gibt es zwei Gästezimmer, eine separate Toilette, ebenfalls eine separate Dusche und ein Waschbecken, das außerhalb der Räumlichkeiten angebracht ist. Sammy und ihr Team betreuen neun, größtenteils behinderte Kinder. Wir haben uns, nachdem wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht hatten, zu den Kids gesetzt und den Abend im Wohnzimmer ausklingen lassen. Gegen 9 ging es dann ins Bett, wobei Maiki und ich noch laaaange gequatscht haben… 🙂
Zur Info: Sammy ist Amerikanerin, hat sich in Afrika ein Leben aufgebaut und hat es sich zur Aufgabe gemacht, behinderten Kindern ein sicheres Zuhause zu geben.