Ein Kind…

… im Baum, was macht es denn da? Und wie ist es dort hoch gekommen?? Es ist doch tatsächlich ohne irgendwelche Hilfsmittel den Baum hoch geklettert. Die Äste fangen übrigens erst weiter oben an. Unten ist nur blankes, gerades Holz. Respekt für diese Leistung. Und was hat dieser Kletterkünstler da oben verloren? Das ist weniger cool. Zumindest für alle Tierfreunde. Dort oben war ein Nest. War. Der Klettermeister hat ein Vogeljunges aus seinem scheinbar so sicherem Zuhause geholt. Jetzt hat die Vogelmutter kein Junges mehr, denn das war nicht das erste mal, dass ihre Kinder gestohlen worden sind. Wir reden hier nicht von kleinen Amseln oder etwas größeren Raben.

Ich rede von großen Vöglen, wie man auf dem Bild erkennen kann ——————-> und das ist wie geschrieben, ein Junges. Ich fand diese Aktion total schlimm – wirklich lange hin schauen konnte ich nicht. Mir tat das so unendlich leid, auch für die Vogelmutter. Die hat ihr Kleines mit lauten Lauten (hahaha :D) gesucht… aber keine Antwort bekommen.

Und wieso hat der Klettermeister das gemacht? Weil er aus dem Lehmdorf kommt. Und im Lehmdorf sind die Leute arm. Ich behaupte jetzt mal, dass sich kein Mensch in so einer Hunger-Situation Gedanken macht, ob dass jetzt irgendeiner Vogelmutter das Herz brechen könnte! Der Hunger muss gestillt werden, egal wie. Und das ist meiner Meinung nach verständlich. Ob der Vogel jetzt für den Jungen selbst als Nahrungsmittel oder für seine Familie dienen sollte kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass es notwendig war. Und das veranschaulicht mal wieder, was für ein hartes Leben die Menschen in Afrika führen. Bestimmt nicht alle, aber der Großteil schon!

Das war das spannenste Ereignis, was heute passiert ist. Ansonsten sind wir nämlich nur meiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen: dem Warten. Denn seit heute ist ein neues Kind hier eingezogen – da musste noch was formularmäßig ausgefüllt werden und der Polizeichef, der dafür zuständig war, hat knapp zwei Stunden auf sich warten lassen. Warten mussten wir auch wieder bei Arzt. Zwei Stunden. Man hätte glatt Dekubitus- und Thromboseprophylaxe anwenden können.

Wat gibbet denn noch so?! Maiki und ich haben heute Wäsche gewaschen. Waschen lassen. Per Hand. Waschmaschine gibt es nicht. Und ich bin absolut erstaunt, wie sauber die Klamotten geworden sind! Umgerechnet 3€ hat das Waschen gekostet. Übrigens besitzen die hier auch keinen Sauger geschweige denn einen Besen oder einen Handfeger. Alles wird mit paar zusammen gebundenen Gräsern sauber gemacht. Das klappt gut, hätte ich vorher auch nicht erwartet. Es gibt auch keine Klobürste und kein Radio. Dafür aber einen Tv, einen Dvd-Player, einen kleinen Kühlschrank und einen Wasserkocher. Hier ist alles auf das aller nötigste zum Leben beschränkt (ob ein Fernsehr jetzt unbedingt zum Leben notwendig ist, bleibt jetzt mal dahin gestellt). Es wird absolut kein Wert auf Autos, Klamotten (inklusive Klamottenzusammenstellung) oder irgendwelche anderen Sachen gelegt. Hier muss ein Auto nur fahren, Klamotten warm halten und alle anderen Dinge müssen einfach nur funktioniern und nicht perfekt sein. Es ist ungewohnt und anders, aber gut – mir gefällt das! 🙂

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