Ich habe mich bei 36 Grad Außentemperatur um 360 Grad gedreht. Auf dem Eis. Auf einer Eisbahn. Es war unglaublich! Alles war in den letzten 3 Tagen unglaublich!! Ich fange der Reihenfolge zur Liebe am Montag an:
Nachdem ich nach einer kurzen, unruhigen, schlaflosen Nacht aufgestanden bin, hab ich all meine Sachen gepackt und darauf gewartet, dass wir losfuhren. Das hat aber lange gedauert – erst gegen 13 Uhr war es soweit. Die Plumper waren Schuld (das Klo war verstopf und musste von denen gereinigt werden…) wie auch immer, danach saßen wir (Maike, Zoe, Sammy, Afrikaner Manu und ich) endlich in einem Jeep-ähnlichen Auto und fuhren tatsächlich los! Nach gut 1,5 Stunden haben wir in El doret Rast gemacht und sind dann bis 6/7 Uhr zu unserem Hotel durchgefahren. Das war ein netter Tag im Auto. Ha ha. Das „Hotel“ war in Wirklichkeit ein kleines Dorf mit vielen kleinen einzelnen Zimmern. Zoe, Maike und ich haben uns ein Zimmer geteilt. Zum Abendessen haben wir uns mit alle Mann im Restaurant des Hotels getroffen. Maike und ich haben jeweils einen Mangosaft bestellt. Was haben wir bekommen? Anstatt zwei Gläsern Mangosaft standen plötzlich zwei Packungen à 1 Liter Saft auf dem Tisch. Die gute Dame, die uns bediente, war etwas verwirrt und vielleicht auch etwas überfordert… wobei das jetzt nicht gerade kompliziert war. Aber egal. Die Nacht war schrecklich!! Die Matratze war komplett durch gelegen, ich war mehr wach als alles andere und um 7 schellte schon der Wecker. Das Frühstück war etwas gewöhnungsbedürftig: schonmal was von Cornflakes mit heißer Milch gehört? Nach wenigen Sekunden isst man Brei, anstatt knusprige Flakes… auch egal.
Dienstag. Safari-Dienstag. Der Tag musste gut werden, auch wenn die Nacht bescheiden war. Aber was war? Es war nebelig!! Die ganzen drei Wochen war es nicht einmal nebelig! Und ausgerechnet an dem Tag wo gutes Wetter von Vorteil gewesen wäre, wurde uns scheinbar ein Strich durch die Rechnung gemacht. Scheinbar. Denn je höher die Sonne stieg, desto mehr klärte es auf. Gegen
9:30, als unsere Safari schließlich startete, hatten wir einen strahlend blauen Himmel – es war einfach nur perfekt! Manu hat uns in dem Jeep-ähnlichen Auto gefahren. Das war super. Denn wir durften bei den harmlosen Tieren aussteigen. Als erstes sahen wir Pelikane, Flamingos und diverse andere Vogelarten. Paar Äffchen flitzen zwischendurch über den Weg und Antilopen sah man auch immer mal wieder. Dann kamen die schwarz-weiß-Tiere! Ich habe mich so gefreut! Ganz ganz viele Zebras haben wir gesehen! Dann fuhren wir durch einen Wald und sahen lange Zeit nichts. Aber dann!! Man sah sie schon aus weiter Ferne, die langen Hälse. Manu ist direkt auf sie zugefahren. Ich weiß nicht wie viele Giraffen dort standen, ich weiß nur, dass es einige waren! Sogar eine Zebra-Herde hat sich noch unter die Lang-Hälser gemischt – ich hätte den ganzen Tag dort verbringen können. Aber wir sind weiter gefahren, als Zoe auf einmal Löwinnen mit ihren Jungen entdeckte. Das war auch unglaublich. Nach vier Stunden haben wir den Park verlassen, wobei ich nichts gegen weitere vier Stunden gehabt hätte. Elefanten gab’s leider nicht. Den weiteren Tag verbrachten wir im Auto, denn wir fuhren nach Nairobi. Nachdem wir ein gutes Hotel gefunden hatten, sind wir in ein Shopping Center gefahren. Es war so ungewohnt und passte so gar nicht zwischen die ganzen schäbigen, dreckigen und alten Gebäude. Alles war weihnachtlich geschmückt, was genauso wenig passte. Sich bei 30 Grad Weihnachtsbeleuchtung anzuschauen und an Tannenbäumen vorbei zu gehen ist wirklich komisch. Wir futterten eine leckere Pizza, aßen Frozen-Joghurt und ließen den Tag mit einer Bowling-Parti ausklingen. Einige Weiße traf man in der Mall an, viele Araber und wenige Einheimische – die waren dann aber gut gekleidet und besser im Futter, als die Menschen, die man sonst so auf den Strassen gesehen hat. Das war so ein guter Tag! Ich habe geschlafen wie ein Stein.
Mittwoch. Der letzte Tag in Afrika. Wir hatten schon am Dienstagabend beschlossen, dass wir
am Mittwoch einen Giraffenpark besuchen gehen. Wir brauchten 2 Stunden um diesen zu finden. Wir fuhren an den schönsten Häusern vorbei, die man sich nur vorstellen kann. Nicht weit davon entfernt, breitete sich der größte Slum Kenias aus. Da waren sie wieder, die zwei Welten. Der Giraffenpark bestand aus paar Giraffen, die man füttern konnte. Mehr war da nicht – war aber trotzdem cool. Die haben eine blaue, raue, lange Zunge. Ich mag diese Tiere 🙂 nachdem wir dort fertig fahren sind wir in ein anderes Shopping Center gefahren, in dem wir bei unserem ersten Nairobi-Aufenthalt gewesen waren. Diesmal war es gut besucht – wir haben dort zu Mittag gegessen, danach ging es auf einen Markt. Ihr könnt euch nicht vorstellen WIE anstrengend das ist!!
Am Dienstag waren wir schon da und waren nach wenigen Minuten fertig mit den Nerven. Von allen Seiten wurde man angequatscht, alle wollten einen für sich gewinnen, jeder wollte einem einen besonderen „Sister-Student-Price“ machen. Ich hätte den halben Markt leerkaufen können – so coole Sachen gibt’s einfach nur in Afrika. Die haben meinen Geschmack voll getroffen… umso schwerer war’s für mich. Das wir
am Mittwoch nochmal auf so einen Markt treffen würden, war reiner Zufall. Aber diesmal konnten wir damit umgehen – ich bin jetzt Weltmeisterin im Handeln. Unsere vorletzte Fahrt ging in ein weiteres großes Gebäude. Da haben die mit dem Sicherheitscheck total übertrieben: anstatt nur seine Tasche vor zu zeigen und einmal abgescant zu werden, musste man dort durch eine Sicherheitskontrolle, wie es normalerweise nur am Flughafen üblich ist. In der dritten Etage war ein reines Spieleparadies, mit Hüpfburg, Bullenreiten, Billard, anderen Spielen und einer Eishalle. Los war da nichts, los waren nur wir 5. Zuerst saßen wir einige Zeit in einem Restaurant, danach wollten wir Schlittschuh laufen.
Um 6 Uhr war das.
Um 6 Uhr hatte die Eisbahn aber geschlossen. Erst um 7 durfte man wieder laufen. Die hatten einen Plan, an den sich gehalten werden musste. Der ging so: eine Stunde laufen, eine Stunde Pause (um das Eis zu erneuern), eine Stunde laufen, eine Stunde Pause… aber warum muss man die Pause einhalten, wenn niemand außer uns da war? Und niemand gelaufen ist? Egal, wir haben die Stunde gut herum bekommen und sind dann
um 7 Uhr Schlittschuh gelaufen. Und das hat so Spaß gemacht!! Ich wollte schon immer mal in einer leeren Eishalle fahren, wo keine Idioten das Eis unsicher machen… das war jetzt nicht mein größter Traum, aber ich hab mir immer wenn ich Eis gelaufen war, darüber Gedanken gemacht. Und Zack, in Afrika wird mir das erfüllt, ganz unerwartet, ganz ungeplant. Ich hab mich jedenfalls gefreut wie eine Eisprinzessin 🙂
Und dann ging die letzte Fahrt auf Kenias Straßen los, in Richtung Flughafen. Gegen kurz nach 8 waren wir schon da, die Verabschiedung war kurz, ich hatte schnell eingecheckt und die Zeit am Flughafen und im Flugzeug ging super schnell um. Jetzt sitze ich in Dubai und warte darauf das mein Flieger los geht.
Heute Nachmittag werde ich sehr wahrscheinlich Bilder von den letzten Tagen hochladen. Das sind so gute Bilder, ich habe den aaaaaaaller aller besten Papa der Welt, Er hat nämlich ‚mal eben‘ eine so gute Kamera gekauft hat. DANKE!!